Die Donau

Zukunft Binnenschifffahrt

Die Europäische Kommission hat im Jänner 2006 ein mehrjähriges Aktionsprogramm vorgeschlagen, das die Verankerung der Vorteile der  Binnenschifffahrt in Europa in einer breiteren Öffentlichkeit zum Ziel hat. Es sprechen ja auch viele Gründe für den vermehrten Einsatz der Binnenschifffahrt: geringer Energieverbrauch, geringe externe Kosten, hohe freie Kapazitäten (auf der Donau beispielsweise sind nur 15 Prozent der möglichen Kapazitäten genutzt), hohe Sicherheit und niedrige Transportkosten. Außerdem bietet die Binnenschifffahrt beste Voraussetzungen, um ein integraler Bestandteil der Haus-zu-Haus-Logistikketten zu werden.

Transportalternative Donau

Der Hafen Wien spielt in der Entwicklung der europäischen Binnenschifffahrt eine Vorreiterrolle. Die Wasserstrasse Donau war seit jeher eine wichtige Verkehrsader, insbesondere vor dem Hintergrund des steigenden Transportaufkommens im Zuge der EU-Osterweiterung und den damit verbundenen Kapazitätsengpässen auf Straße und Schiene, spielt sie in wirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht heute eine zunehmend tragende Rolle als attraktive Transportalternative.

Drehscheibe Wiener Hafen

Durch strategische Planungen, Investitionen und Erweiterungen in Infrastruktur und Dienstleistung hat der Wiener Hafen sich als führender Logistikabwickler an wichtiger Handels- und Verkehrsrouten behaupten können: In der geografisch vorteilhaften Lage nahe der Zentren Wien und Bratislava erfüllt der Hafen Wien (auch dank Erschließung des Rhein-Main-Donau-Kanals im Jahr 1992) die Funktion als Ost-West-Drehscheibe der Schifffahrtsverbindung von der Nordsee zum Schwarzen Meer - Immerhin ein Wirtschaftsraum von rund 700 Millionen Menschen.

Am Wasser gebautes Service

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Die Gesamtfläche des Hafen Wiens umfasst ca. 300 Hektar. Das Herzstück des Hafen Wiens bildet die Anlage in der Freudenau mit einem Areal von rund 1,4 Millionen Quadratmetern und einer Wasserfläche von rund 400.000 Quadratmetern. Hier befinden sich Container- und Autoterminal, das Lagerzentrum, Österreichs größtes öffentliches Zolllager mit Zollamt und Polizeistation, zwei Ro-Ro-Anlagen, der ÖBB Großkundenstandort und der Sitz von Direktion, Verwaltung und Hafenmeisterei. Der Hafen Freudenau übernimmt auch die Funktion als Schutz- und Winterhafen.

Die zweite Hafenanlage befindet sich in Albern und weist eine Gesamtfläche von 780.000 Quadratmetern auf. Und gilt als bedeutender Umschlaghafen für Rohstoffe, Getreide und landwirtschaftliche Produkte. Als letzte der drei Hafenanlagen steht der Ölhafen Lobau. Dieser Hafen ist im Gebiet des 22. Bezirkes mit einer Fläche von 750.000 Quadratmetern angesiedelt. Durch Pipelines ist er mit dem Zentraltanklager und der Raffinerie Schwechat der OMV verbunden.

Natürlicher Verkehrsknotenpunkt

Die drei Hafenanlagen liegen günstig. Abseits des Wohngebietes stellen sie keine wie immer geartete Belästigung für die Bevölkerung dar. Andererseits kann das Stadtzentrum in nur wenigen Minuten erreicht werden. Auch an überregionalen Anschlussstellen herrscht kein Mangel: Allen drei Häfen bietet sich eine direkte Anschlussmöglichkeit über die Südosttangente, und somit über die Süd- und Westautobahn, sowie über die Donauuferautobahn. Diese Zufahrtsrouten sind auch von der LKW-Sperre am Wochenende ausgenommen. Um ebenfalls einen schnellen Umschlag über die Bahn zu erreichen, ist die Anbindung an das österreichische Schienennetz gegeben. Die direkte Nähe des Flughafens Wien-Schwechat kann von den Hafenanlagen ausgenützt werden.
Hinsichtlich der verkehrsgünstigen Lage hat jedoch Albern eine Monopolstellung. Dieser Hafen verfügt nicht nur über die bereits erwähnten Anschlussmöglichkeiten, er hat im besonderen auch noch einen direkten Zugang über die Ostautobahn. Seinen Nutzen zieht Albern auch aus der direkten Verbindung mit dem Wiener Zentralverschiebebahnhof und der unmittelbaren Nähe des Flughafens. Somit ist Albern ein Frachtzentrum der kurzen Wege, das einen optimalen und raschen Übergang von einem Transportsystem zum anderen ermöglicht.

Zukunftsperspektiven

Ihre ausgeprägte Umweltfreundlichkeit, Sicherheit und Effizienz macht die Binnenschifffahrt heute und auch in Zukunft zu einem interessanten Verkehrsträger, dessen verstärkte Nutzung in Einklang mit den Zielen der europäischen Verkehrs- und Umweltpolitik steht. Der Hafen Wien stellt sich dieser Herausforderung der Erweiterung des Donauweges zur europäischen Wasserstraße, und ist sich seiner Verantwortung als Mitentwickler der Donaustraße und ihres Lebensraums bewusst. Daher wird auch die Entwicklungsfähigkeit, die wirtschaftliche Bedeutung und das Wirtschaftswachstum durch laufende Verbesserung seiner Infrastruktur nachhaltig gefördert.

  • Hafen Wien © Hafen Wien
  • Freudenau © LBS Redl
  • Hafen Freudenau © LBS Redl
  • Hafen Lobau © LBS Redl
  • Schiff © LBS Redl
  • Schwergutzentrum Albern © LBS Redl
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